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Alfred und Marcus Simons

Neugierig bleiben – das Geheimnis eines 87-Jährigen, der noch jeden Tag arbeitet

Was wäre, wenn das Geheimnis eines langen, erfüllten Lebens nicht im Ruhestandsprogramm steckt, sondern in der Frage, die man sich morgens stellt: Was lerne ich heute?
Alfred Simons, 87 Jahre alt, stellt sie sich noch immer. Täglich.
Alfred Simons trat in ein Unternehmen ein, das sein Großvater aufgebaut hatte. Er lernte nicht im eigenen Betrieb, sondern in einer Druckerei in Bergneustadt.Schriftsetzer. Bleisatz. Buchstabe für Buchstabe, von Hand gesetzt, Zeile für Zeile. Im Mai 1966 legte er seinen Meister ab.
Vor wenigen Wochen, 60 Jahre später, wurde ihm dafür der Diamantene Meisterbrief überreicht. Eine Auszeichnung, die es schon rein rechnerisch kaum gibt.

Was sich verändert hat – und was nicht

Das Unternehmen, das Alfred Simons einst übernahm, gibt es in dieser Form nicht mehr. Keine Bleischriften, keine klassische Druckerei, kein Tabakwarenhandel. Was blieb, ist das Prinzip: handwerkliche Sorgfalt, Nutzen, Familienbetrieb.
2007 übernahm sein Sohn Marcus Simons das Steuer. Aus der Druckerei wurde eine moderne Werbeproduktur. Heute bekleben wir Fahrzeuge, bedrucken Holzwände, fräsen Acrylglas und Aluminiumverbundplatten, schneiden per Laser, gestalten und montieren – alles aus einer Hand. Die Frage, die uns antreibt, ist dieselbe geblieben: Was braucht der Kunde wirklich, um sein Ziel zu erreichen?
Und die Geschichte geht weiter: Mit Enkelin Paula steht die fünfte Generation bereits in den Startlöchern.

Morgenrunde, Kniff des Tages, Lebensweisheit

Jeden Morgen trifft sich unser Team zur Runde. Alle sind dabei – auch Alfred Simons. Er ist weder stiller Beobachter noch Ehrengast – er ist Teilnehmer und manchmal auch Moderator.
Sein Thema ist die beliebte Rubrik „Kniff des Tages“: ein praktischer Gedanke, ein Lifehack, ein kleines Aha-Erlebnis.
Neulich bemerkte er eine fehlerhafte Rechnung eines Papierlieferanten für eine Bestellung, die er in Auftrag gegeben hatte. Also war es auch seine Aufgabe, den Fehler zu klären – schließlich hatte er 60 Jahre lang Papier bestellt. Erst als er die Gutschrift in den Händen hielt, war er zufrieden.
„Er strahlt Ruhe und Zufriedenheit aus“, sagt sein Sohn Marcus. „Nicht weil er nichts mehr will, sondern weil er noch dabei ist.“

Was uns das lehrt

Es gibt keine Garantie, mit 87 noch fit zu sein. Alfred Simons arbeitet nicht, weil er muss. Er arbeitet, weil ihn die Arbeit mit Menschen verbindet, weil sie ihm täglich kleine Aufgaben gibt, weil sie ihn zwingt, sich für etwas zu interessieren, das größer ist als er selbst.
Wenn neben ihm unsere CNC-Fräse anläuft oder ein neues Druckverfahren ausprobiert wird, kommt er näher. Er fragt. Er schaut. Er will verstehen.
Neugier ist kein Talent. Sie ist eine Entscheidung. Die Entscheidung, sich nicht damit abzufinden, dass man „das Neue“ anderen überlässt. Die Entscheidung, noch einmal zu fragen: Wie funktioniert das eigentlich?
60 Jahre nach seinem Meisterbrief stellt Alfred Simons diese Frage noch immer.

Das ist sein Geheimnis.

 

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